
Eine junge Frau fragt nach einem Termin. Sie ist neugierig auf diese Form der Massage.
Während der Massage nehme ich wahr, dass sie sich sehr gut hingeben und genießen kann. Wie schön!
Es ist für mich gut spürbar, wenn da jemand liegt, der oder die im Alltag normalerweise gehetzt mit sich umgeht, sich tendenziell unter Zeitdruck setzt und sich wenig Zeit für sich selbst nimmt. Ich muss mich dann bewusst zurückholen: „Laaangsam! Mit Bedacht! Mit Gefühl..." Das ist hier absolut nicht nötig. Es geht wie von selbst.
Als ich fertig bin und ihre Ausruhzeit ankündige, antwortet sie zunächst nicht. Ich spreche weiter, dass ich dann ein Signal gebe, so dass sie sich wieder anziehen kann. Dass es da noch einen warmen Frotteehandschuh im Wärmeschrank gibt, mit dem sie Ölreste entfernen kann, bevor sie in die Kleider schlüpft.
Jetzt kommt ein Lebenszeichen. Sie erzählt mir nachher, dass sie ganz bei sich gewesen und tatsächlich etwas weggenickt war. Erst beim heißen Tuch auf dem Rücken als Abschlussritual ist sie wieder langsam zurück gekommen.
Sie befindet sich gerade in Prüfungen und ist daher relativ angespannt. Aber jetzt während der Massage war das alles weit weg, sie hat einfach nur gespürt. Und es sehr genossen!
Sie möchte wissen, wie ich dazu kam. Und ob das tatsächlich hilft bei psychischen Problemen. Und sie erzählt, dass sie zweimal bei medizinischen Massagen war, aber es habe ihr gar nicht gutgetan, wenn dann auf verspannten Muskeln herumgedrückt wird, was weh tut, sodass sie sich erst recht verspannt.
Als ich erwidere, es gibt Menschen, die haben es gern, so fest angefasst zu werden und finden zur Psychoaktiven Massage: „Das bisschen Streicheln da?! Nein, nein, sie wollen schon was spüren!", meint sie: „Denen entgeht da aber ganz schön was!"
Ja, das tut es womöglich. Aber nicht jeder kann sich zu jeder Zeit bewusst dem Spüren hingeben, so wie diese junge Frau es heute getan hat. Es braucht die richtigen Zutaten zur richtigen Zeit zwischen den richtigen Personen. Dann ist es ein bisschen wie Magie.
Meine Lehrerin sagte einmal: „Die meisten sind überrascht" (beim ersten Mal). Ja, oft überaus positiv überrascht.